A short story about a special encounter.

‚Unrequited love is the infinite curse of a lonely heart.‘ – Christina Westover

Hey ihr Lieben,

ich rede nicht so oft über Liebe, zumindest nicht viel über romantische Liebe. All mein Leben suchte ich nach der Liebe und innerlich wünschte ich mir nichts anderes. Jedoch habe ich mir immer wieder eingeredet, dass ich keine will und niemanden brauche um restlos glücklich zu sein. Ich wollte immer stark und unabhängig sein und dachte immer, dass Beziehungen mich runterziehen und mich zu einem Menschen machen, der ich eigentlich gar nicht sein möchte. Ich war immer ziemlich glücklich mit mir selbst. Versteht es nicht falsch. Ich hatte schon Beziehungen in meinem Leben und in jeder Beziehung versuchte ich immer die bestmögliche Partnerin zu sein. Desto trotz fehlte immer was und letztendlich fühle ich mich immer leer und einsam. Mehr als wenn ich allein gewesen wäre. Ich fühlte mich schwach und abhängig und das habe ich immer zutiefst gehasst. Deshalb entschloss ich mich niemals nach Liebe von anderen Menschen zu suchen. Ich fürchtete mich immer vor dem Fall und dem Herzschmerz. Heute erzähle ich euch von der Person, die mich süchtig nach Liebe gemacht hat. Jedoch muss ich sagen, dass die Geschichte kein happy end hat und mein Herz zutiefst gebrochen ist. Es ist nicht üblich, dass ich über meine Beziehungen schreibe, aber ich habe das Gefühl durchzudrehen, wenn ich es nicht loswerden kann.

Wie fing alles an? Ganz harmlos, nichts besonderes. Ich lernte schon immer viele Menschen kennen und war immer süchtig nach tiefen Gesprächen. Da ich die meisten Menschen sehr oberflächlich und langweilig finde, hielt ich immer an denen fest, mit denen ich eine ‚tiefere‘ Verbindung aufbauen konnte. Ich liebte diese Menschen, mit den ich stundenlang reden konnte ohne das es langweilig wurde und man sich gegenseitig erzählen konnte wie man die Welt und das Leben so sieht. Als ich das erste Mal mit der Person redete, verstanden wir uns auf Anhieb gut und redeten und redeten bis in die frühen Morgenstunden. Am folgendem Tag auch. Es hat Spaß gemacht und es fühlte sich so an, als würden wir uns schon eine Ewigkeit kennen. Danach redeten wir nicht mehr, aber ich fühlte mich zu dieser Person hingezogen, also habe ich keine Scheu gehabt den schriftlichen Kontakt zu suchen. Wir leben nicht mal auf dem selben Kontinent, aber wie das Schicksal es so wollte, stand das erste Treffen schon in kürze fest. So naiv wie ich immer bin, habe ich nie wirklich darüber nachgedacht oder mir vorgestellt, dass wir irgendwann/irgendwie ein Paar sein könnten. Ich freute mich einfach nur auf die gemeinsame Zeit und vor allem auf die Gespräche, die wir miteinander haben würden.

Ich möchte nicht wirklich über die privaten Details sprechen, nur über all die Gefühle, die ich empfand. Zum ersten Mal in meinem Leben war da eine männliche Person, die ich als meinen Seelenverwandten gesehen habe. Ich war verdammt glücklich und meine Augen funkelten, wenn ich meinen Freunden über ihn erzählte. Sowas wie Ängste oder Zweifel empfand ich nicht. Ich war überrascht von mir selbst und fühlte, dass es die Person ist, mit der ich sein möchte. Er war alles was ich wollte, er war für mich mein Licht und die Person, an die ich Tag und Nacht dachte. Er brachte mir bei, dass eine Beziehung wunderbar sein sollte und nur das Beste gut genug für einen selbst ist und ich war verdammt stolz, dass ich seine Freundin war. Durch ihn wurde mir klar, dass meine Ansprüche damals wirklich nicht existent waren und ich eigentlich nur Beziehungen hatte, weil ich mich wahrscheinlich mit allem angefunden habe, was nicht all zu schlecht war. Er war die erste Person in meinem leben, der Dinge an mir liebte, die kein anderer sah und auch die erste Person, die mir jemals sagte, dass ich schön bin. Ich liebte es, dass er eine Beziehung nicht als Notwendigkeit sah, sondern als eine wunderschöne Ergänzung. Das zügelte meine Gewohnheit zu anhänglich zu werden und motivierte mich mein Leben als Priorität zu sehen, aber das eine Beziehung trotz all dem was tiefes sein kann. Das war wahrscheinlich mein Fehler. Wahrscheinlich habe ich mich unbewusst zu sehr an mein Leben fixiert. Ich weiß es immer noch nicht so genau. Es gab ein paar Lebensumstände, die mich für eine Zeit ziemlich depressiv gemacht haben und in der Verzweiflung suchte ich nach sozialen Kontakten, Party und Alkohol. Ich wollte einfach nicht zuhause und allein sein, weil ich alles zu der Zeit nicht mehr ertragen konnte. Wahrscheinlich erwartete ich zu viel Verständnis und überschritt die Grenzen.

Nein, ich würde niemals fremdgehen. Auch nach meinen Prinzipien, finde ich es nicht gut als eine vergebene weibliche Person sich zu betrinken und mit fremden Menschen zu feiern. Klar kann ich es nachvollziehen, dass sich der Partner Sorgen machen könnte, dass mir irgendwas passiert, ich irgendwas im Rausch anstelle oder mir irgendwer was antun könnte. Ich weiß es eigentlich alles, aber ich war nicht in der Lage vernünftig genug zu sein und zuhause zu bleiben. Oder zumindest nicht die Befreiung im Alkohol zu sehen. Anderseits dachte ich mir auch, dass ich mein Leben nicht ändern muss, weil ich in einer Beziehung bin. Außerdem lebe ich erst eine Weile in einer neuen Stadt und war auch nach der Suche nach neuen Freunden. Jede neue Person, die ich kennenlernte war ein fremder für ihn und das konnte ich natürlich nicht sofort ändern. Wir stritten uns öfters über das Thema. Er wurde kalt zu mir und meine Verzweiflung und Unsicherheit wuchs und wuchs, bis ich an dem Punkt war immer Angst zu haben etwas falsch zu machen. Schließlich wollte ich nicht die Person verlieren, die ich so unglaublich toll fand und mit der zusammen sein wollte. Tag und Nacht musste ich an die Worte denken, die er zu mir sagte: ‚Wir sollten nicht mehr zusammen sein.‘ Diese Worte haben mich verfolgt und ich versuchte ihm irgendwie zu zeigen, wie viel er mir eigentlich bedeutet und das er der Einzige für mich ist. Ich suchte überall nach Rat und Hilfe, ich war so verdammt verzweifelt und ängstlich. Nach all den Gesprächen und versuchen das Thema aus der Welt zu schaffen, fühlte ich mich einfach nie besser. Er sagte immer, dass alles in Ordnung sei, aber ich wusste tief im Innerem, dass dem wahrscheinlich nicht so ist. So versuchte ich dem Thema aus dem Weg zu gehen um alles zu klären, wenn wir uns wieder sehen. Es sollte unser Sommer werden und ich freute mich zu sehr.

Es ist eine Weile her seit dem wir nicht mehr reden und ja, ich vermisse ihn zu sehr. Ich denke immer noch jeden Tag an ihn. Der Gedanke ihn nie wieder zu sehen bringt mich um. Ja, es wird wahrscheinlich jemand anderes in mein Leben treten. Es ist trotzdem das erste Mal das ich für jemanden so tief empfunden habe. Es bringt mich um, dass er nicht die Person ist, mit der ich sein sollte. Es bringt mich um keine neuen Nachrichten mehr von ihm lesen zu können. Warum ich nicht mehr kämpfe? Weil er mir beigebracht hat, dass nur das Beste gut genug ist. Und jemand, der eine Beziehung so einfach wegschmeißen kann und denkt, dass ich nicht treu und ehrlich bin, verdient meine Liebe nicht. Auch wenn es kurz war und ich nicht weiß was Liebe ist, habe ich diese Person verdammt geliebt.

…I don’t know if I can ever feel that way again, but I won’t ever be satisfied with less anymore…