Achtsamkeit.

‚Akzeptieren sie, dass das Erlebene schmerzhaft war‘; Schritt drei vom 4-Stufenmodell des Vergebens.

Ich las meinen eigenen Eintrag ueber nachtragende Menschen, den ich vor einem Jahr geschrieben habe und merkte, dass das genau das Richtige ist was jetzt gebraucht habe. Vielleicht kann ich inzwischen nachvollziehen wieso Menschen ueberhaupt nachtragend sind. Es gibt einfach Schmerzen, die man nicht so schnell los wird. Im Schritt 2 geht’s darum, zu erkennen, dass man eine Aenderung moechte. Schritt 3 ist die Hoelle. Als ich es gelesen hatte hab‘ ich wieder den stechenden Schmerz in der Brust gefuehlt und meine geliebten Traenen kamen wieder raus. Es tut so weh, als waere es noch gestern. Ich will das es sich aendert, aber ich weiss nicht wie ich es anstellen soll. Wird der Schmerz denn vergehen wenn ich den wirklich anerkenne? Wie finde ich den Weg um den Taeter anders zu sehen? Und wann hat man denn den Schmerz wirklich akzeptiert? Es ist ja nicht so, dass ich die letzten Monate geleugnet haette, dass es mich schlimm getroffen hatte.

Es ist wirklich so, dass man auf einmal so unreif wird, sobald Gefuehle im Spiel sind. Dagegen soll ja Meditation alias Achtsamkeit helfen. Ich hab‘ selber Erfahrungen damit machen duerfen. Und was eigentlich als sehr simple klingt, ist keineswegs was einfaches. Aber dadurch, dass ich kein Durchhaltevermoegen habe, konnte ich mir das leider nicht wirklich zu nutzen machen. Fuer reines Meditieren bin ich zu unruhig.

Fuer alle, die noch nichts von Achtsamkeit gehoert haben, werde ich es kurz erklaeren. Also im Prinzip es geht darum wahrzunehmen ohne zu bewerten. Man sollte ‚einfach‘ aufmerksamer leben, zB. den Wind spueren, den Geschmack des Essen’s direkter wahrnehmen usw. Das sind so die physischen Faktoren. Die psychischen sind die, dass man sich von seinen Gedanken distanzieren kann.
ZB. denkt man gerade, dass man total unfaehig ist weil man heute auf Arbeit nicht alles erledigen koennte, wie man es geplant hat.
= der Gedanke

=> Man denkt dann meistens dann weiterhin darueber nach und fuehlt sich dementsprechend schlecht.

Loesung waere Achsamkeit. Und so funktioniert es. Man sollte ‚einfach‘ nur denken: Ich habe heute nicht alle Aufgaben erledigt, die ich mir vorgenommen habe.

Der Schluessel ist wie gesagt, nicht zu bewerten. Es ist sehr, sehr schwer, da wir Menschen einfach damit aufgewachsen sind zu vergleichen und zu bewerten.
Hm, versteht ihr was ich meine? Wenn man sich schlecht fuehlt, dann soll man einfach nur denken, dass man sich gerade schlecht fuehlt; ohne wenn und aber.

Der Trick ist auch, wenn man zu viel nachdenkt, sich einfach nur auf den Atem zu konzentrieren und an nichts anderes zu denken. Superschwer einfach meiner Meinung nach. Ich habe bisjetzt sehr selten es geschafft. Meistens hatte ich es nur genutzt gehabt um einschlafen zu koennen.

~> Ziel: Weniger unnoetige Gedanken

Eigentlich hatte ich schon laegst vergessen, dass ich sowas kenne oder sogar geuebt hatte, bis mir ein Artikel aus der Zeitschrift Psychologie Heute in der Juliausgabe 2013 entgegengesprungen ist. Das Hauptthema ist der innerer Zerstoerer. Es geht darum, dass wir uns selber im Weg stehen in dem wir Dinge tun, die uns selbst Schaden. So genau werde ich es jetzt aber nicht erklaeren. Wer mehr darueber wissen moechte, empfehle ich den Artikel zu lesen.

Worauf ich hinaus will ist, dass ich meinen inneren Zerstoerer einfach nicht wegkriegen oder zaeumen kann. Ich kann weder die Liebe zu mir finden, mir selbst verzeihen oder Schritte vorwaerts tun. Ich hab‘ zu viel Angst davor, dass ich wieder lernen muss wie hoffnungslos ich bin. Ich habe das Gefuehl, dass ich ueberhaupt nicht weiterkomme… Jedes Mal wenn ich einen Schritt vorwaerts gehe, werde ich drei Schritte nach hinten geworfen. Ich weiss nicht ob ich staerker werde oder ueberhaupt geworden bin. Ich fuehle mich ueberhaupt nicht so. Egal wie viel Wissen ich mir in meinen Kopf reinschuette, irgendwie kann ich mich nicht heilen. Ich frage mich wie meine Zukunft wohl aussehen wird. Alles steht in den Sternen 🙂