Beziehungen.

‚Wenn ich dich mag, kann es sein, dass ich dich date. Wenn ich dich interessant finde, kann es sein, dass du einen Kuss bekommst. Wenn du ein Verfuehrer bist, kann es sein, dass du Sex mit mir haben darfst. Wenn du mich aber schlecht behandelst, dich in mich verliebst oder von Beziehung sprichst, bin ich schneller weg als du dich umschauen koenntest.‘

Ich luege nicht, wenn ich sage, dass ich nicht zu erobern bin. Nein, nicht weil ich eingebildet bin, toll aussehe oder weil ich dich vielleicht nicht mag. Sondern, weil Beziehungen einfach nicht meine Staerke sind. Nein, ich bin nicht ‚Beziehungsunfaehig‘ oder ‚Emotionalverkrueppelt‘. Aber nein, ich will nicht deine Freundin sein xP. (Ich weiss, meine ‚Witze‘ sind schlechter als schlecht.)

Also! Heute habe ich in meiner Therapiestunde eine WahnsinsErkenntnis gemacht. Es war mir nie zuvor bewusst gewesen, dass der WESENTLICHER Punkt meines Depressivseins eine Beziehung ist. Natuerlich geht’s mir auch mal schlecht wenn ich grad Single bin, aber dazu komme ich vielleicht noch. Oder wer meinen Blog liest weisst es eigentlich. Meine zwei Lieblingsthemen.
Ueberlege gerade wie ich anfangen soll mit dem Erklaeren. Okay, also zuerst erlaeutere ich kurz meine Prinzipien. Eine Beziehung; wenn ich schonmal eine anfange sollte sie am Besten fuer immer &’nd ewig halten. Der Verlustschmerz ist einfach zu schrecklich T_T. Ya, ich weiss, dass es sehr naiv ist noch ueber sowas in unserer Generation zu traeumen, aber es war immer mein Traum gewesen: meine erste Liebe zu heiraten &’nd die Story mit der endlosen Liebe. Jedesmal erhoffte ich mir dass dieses Maerchen in Erfuellung geht. Jetzt bin ich schon auf dem Weg des ‚Erwachsenseins‘ &’nd es ist irgendwie dann doch nur ein Traum der Vergangenheit, da ich morgen nicht nochmal sechzehn werde &’nd die erste Liebe erleben kann.
Dadurch, dass ich immer so dachte, wollte ich immer ‚perfekt‘ sein. Die ‚Traumfrau‘ sein. Genau das ist wohl die Falle… Vielleicht bin ich sogar schizophren oder habe zwei Gesichter, aber ich aendere ploetzlich meine Einstellung &’nd mein komplettes Leben. Dann moechte ich auf einmal nur noch lieber zuhause sein, will nichts mehr grossartiges unternehmen, vernachlaessige meine Freunde &’nd feiern gehen tue ich dann echt nur, wenn ich mal Streit mit dem Freund hatte. Oder wir zusammen auf eine Party eingeladen worden sind.
Wer mich gerade zurzeit erlebt, wuerde zu sich wahrscheinlich sagen, dass ich es meiner Mama erzaehlen solle oder sowas aehnliches &’nd sich vielleicht gar nicht vorstellen koennen, dass ich auch mal ‚brav‘ bin. Nach jeder gescheiterten Beziehung merkte ich auf’s Neue, wie gut es mir geht. Ich glaube, dass ich die Freiheit mehr liebe als alles andere. Mein einziger Wunsch seitdem ich ein Teenager wurde, war es, dass ich frei sein kann. Ich wollte ausbrechen, was erleben, wegfahren wann ich will, nach Hause kommen wann ich will, flirten, sexy tanzen wenn mir danach sein sollte; ohne, dass ich mir um jemanden Gedanken machen muss. Vielleicht ist es auch der Grund wieso ich mich zurueckziehe, wenn ich in einer Beziehung bin. Weil die Angst da ist, dass ich wieder merke wie toll die Freiheit doch ist &’nd es dann so waere, dass mein Gewissen mich toeten wuerde. Es ist fast so, als wuerde meine lebhafte Seite; die mich eigentlich ausmacht; sterben, einschlafen; oder wie auch immer man es so benennen mag.
Obwohl ich immer sehr hoffe, dass das ‚Borderlinesein‘ verschwinden koennte, merke ich immer mehr, wie sehr das Extremsein mein Leben beeinflusst. An manchen Tagen ist es fuer mich schon selbstverstaendlich. An anderen bin ich sehr wuetend &’nd wuensche mir ein ’normaleres‘ Leben. Weil ich langsam merke, dass meine Gesundheit ziemlich drunter leidet. Es faellt mir schwer mal einfach nur zu ‚chillen‘ am Wochenende, wenn ich sehe, dass da draussen auf mich ein Abenteuer wartet.
Ich war jetzt wieder ueber ein Jahr im goldenem Kaefig namens Beziehung. Jetzt bin ich frei &’nd kann mich nicht mal selber zuegeln. Die ganze Energie, die ich in die Beziehung gesteckt habe, habe ich jetzt wieder zurueckgewonnen &’nd diese wird die naechste Zeit auch nur mir gehoeren. Ich muss keine Traumfrau sein. Ich lebe nicht mehr fuer eine Beziehung. Ich kann wieder fuer mich leben. Meine Freunde lieben mich auch, wenn ich manchmal total abdrehe. Aber ich wuerde es als mein ‚wahres‘ ich bezeichnen. ‚Ha ist wieder zurueck!‘, heisst es, wenn ich nach der Liebeskummerphase wieder den Telefonhoerer in die Hand schwinge &’nd meine Liebsten anrufe. Den ich sehr dankbar bin, dass sie so viel Verstaendnis fuer mich haben.

Es klingt fuer euch wahrscheinlich sehr negativ wie ich ueber eine Beziehung schreibe, aber es ist keinesfalls so schlimm. Beziehungen sind was schoenes fuer mich. Nur bin ich glaube ich noch nicht bereit fuer eine richtige Partnerschaft. Ich bin noch jung &’nd kann vieles erleben. Natuerlich koennte ich so komische ‚ichliebedichfuerimmerdreiMonateBeziehungen‘ haben. Aber sowas ist nichts fuer mich. Entweder ganz oder gar nicht. Wahrscheinlich werde ich langsam wie mein bester Kumpel. ‚Wozu eine Beziehung anfangen, die nicht halten wird?‘ Nur leider teile ich auch die Meinung mit ihm, dass es wahrscheinlich niemanden gibt, der zu uns richtig passt. Ya, ich weiss, dass es auf dieser Welt echt viele Menschen gibt &’nd es ya angeblich immer jemanden geben wird, der mit den Kopf verdrehen koennte, aber ich glaube nicht unbedingt daran. So wie er es langsam auch nicht tut. Hoffentlich werden wir nicht fuer immer &’nd ewig einsam sein. Das waere nicht cool.

Fazit: Wahrscheinlich werde ich jetzt noch gefuehlsresisstenter. Aber ich finde es okay. &’nd erreiche vielleicht doch mal die 2 Jahresgrenze des Singleseins.

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