Das Leben und die Reise.

‚Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält.‘ ~Lucius Annaeus Seneca

Was ist euerer Meinung Glueck? Gibt es fuer euch sowas wie das ‚wirkliche‘ Glueck?

Auf meiner Suche nach mir selbst und der Freiheit ist mir oft aufgefallen, dass es fuer mich nicht einfach ist Glueck zuzulassen; aber nach dem genauem betrachen empfinde ich jetzt anders. Weil dieses ‚absolute‘ Glueck, die ich mir durch die unendliche Freiheit wuensche wird es wahrscheinlich nie geben. Vielleicht ist es der Grund wieso ich in den Augen anderer Menschen den Anschein erwecke, dass ich dauernd nur depressiv bin und es mir immer schlecht geht.

Vielleicht sollte ich auch nicht von Sachen traeumen, die hoechstwahrscheinlich unmoeglich sind.

Wie viele vielleicht gehoert haben, dass das eigentliche Glueck aus vielen kleinen Sachen besteht; sowas wie ein heißes Bad im Kerzenlicht oder Nachtspaziergaenge im Sommer; und natuerlich viele ganz andere Sachen; so aehnlich denke ich auch. Es gibt fuer mich die grundlegende Zufriedenheit, die durch diese kleinen Momente auch dann erst wirklich wahrgenommen werden koennen. Und schlechte Gedanken sind nur das eigene Produkt des ungluecklichseins. Nach meinem letztem Tiefpunkt muss ich sagen, dass ich zurzeit zufriedener bin als ich mich errinere frueher gewesen zu sein. Ich genieße es allein zu sein und habe das Gefuehl sowas wie meiner eigenen inneren Ruhe naeher zu sein als je zuvor. Nach langer Zeit grausamer Einsamkeit fuehle ich mich zurzeit nicht von ihr erdrueckt. Es koennte natuerlich sein, dass ich mich nur daran gewoehnt habe allein zu sein und mir vielleicht auch einrede, dass ich das Alleinsein genieße. Letztendlich ist es egal, wenn das Ergebnis Zufriedenheit heißt.

Es heißt in einer Großstadt sind die meisten Seelen einsam, aber fuer meinen Teil genieße ich die Moeglichkeiten. Man kann immer allein sein, aber man weißt, dass man es Orte gibt wo man nicht allein sein muss. Und das erleichtert mich und nimmt mir meine Aengste weg.

Ich bereue keinesfalls, dass ich den Weg gegangen bin und mein altes Leben hinter mir gelassen habe. Reisen erweitet den Horizont. Wenn ich daran denke wie sehr ich an meinen Klamotten und Sachen hing, merke ich dass man so sehr bescheidener wird wenn man den Schritt macht sich von vielem zu trennen und merkt wie wenig man eigentlich braucht. Man faengt alles lockerer zu sehen und es faellt einem nicht mehr so schwer loszulassen. Fuer mich ist es ein kleiner Schritt in Richtung Freiheit. Weil man nicht frei sein kann, wenn man nicht loslassen kann. So wie schoene Sachen auch vergehen, muss man sich nicht an den schlechten festhalten.

Komischerweise fuehle ich mich reifer. Und jedoch immer noch wie ein Kind. Vielleicht bin ich durch die ganze Enttaeuschungen ein wenig staerker geworden. Auch wenn es Zeit zu Zeit immer noch anfaengt wehzutun. Auch Errinerungen koennen verblassen oder gar ganz weggehen. Vielleicht ist es der eigentliche Grund fuer den Spruch, dass Zeit alle Wunden heilt.

Ja, ich sehne mich immer noch nach Liebe, aber bis es soweit ist genieße ich meine Zeit mit mir selbst 🙂

Ps.: Es ist tatsaechlich mein 99ter Blogeintrag und ich bin so froh dass er so positiv ist! 🙂