Für andere Menschen da sein.

In letzter Zeit war es sehr still hier auf meinem Blog. Es ist wahr, dass ich eher schreibe wenn ich unglücklich bin, aber dieses Mal lag es eher daran, dass meine Gedanken einfach nicht komplett waren… Ich hatte ein paar Mal angefangen was zu verfassen, um am Ende festzustellen, dass ich es nicht zu Ende geschrieben hatte und alles nur als Entwurf gespeichert habe. Höchstwahrscheinlich liegt es daran, dass ich zurzeit eine emotionale Pause durchmache… Ich beschäftige mich eher weniger mit den Gedanken um Gott um die Welt, weil es für mich ok ist einfach mal abzuschalten. Es tut richtig gut es mal zu tun und einfach die Augen zu schließen und sofort einschlafen zu können.

Nicht nur in letzter Zeit, habe ich viele Menschen erlebt, die wirklich keine Energie mehr hatten und völlig am Ende waren/sind und keinen Ausweg mehr gesehen haben. Es ging mir ja nicht anders, sonst würde es diesen Blog auch nicht geben. Als Außenstehender weißt man manchmal nicht, was man tun soll. Depressionen und Burnout sind auch sehr komplexe Krankheiten und ich finde, dass es nicht leicht nachvollziehbar ist, wenn man nicht selber in der Situation gewesen ist. Mann fängt die Person in einem komplett anderem Licht zu sehen und traut sich nicht was zu tun, weil man Angst hat, die Person könnte in der nächsten Sekunde zerbrechen. Hiermit möchte ich einen kleinen Guide verfassen, wie man es richtig machen könnte. Es basiert nur auf meinen persönlichen Erfahrungen und ich kann leider nicht versprechen ob sie euch was bringen, aber wenn jemand Tipps hat, die ich hier nicht erwähne, würde ich mich freuen, wenn ihr mir sie zukommen lässt.

Was tun, wenn jemand in eurem Umfeld depressiv ist oder sogar versucht sich das Leben zu nehmen

1. Die Person ernst nehmen

Es gibt das negative Klischee, dass viele Menschen nur so tun, damit sie Aufmerksamkeit kriegen. Habt ihr mal drüber nachgedacht wieso diese es tun? In diesem Klischee steht es schon schwarz auf weiß. Ja, weil sie Aufmerksamkeit möchten. Es gibt bestimmt Gründe, die diese Menschen bewegen nach Aufmerksamkeit (in meinen Augen Hilfeschrei) zu suchen und ich denke jeder Schmerz, egal wie wir Außenstehende als niedrig oder hoch sehen, empfindet die betroffene Person ganz anders. Ich meine wenn die Personen doch so glücklich wären, dann hätten sie doch keinen Grund sowas zu tun oder? Versteht ihr was ich damit sagen will? Es ist total egal wie sinnlos ihr das Problem sieht, für die andere Person ist es anders.

2. Zuhören

Die meisten haben Angst keine Antworten zu wissen und damit nicht helfen können und kriegen Panik, aber machmal braucht man einfach nur jemanden, der da ist und einem zuhört und das auch WIRKLICH(!) tut. Und wenn ihr das nicht tun könnt, dann gehe ich davon aus, dass die Person euch nicht so wichtig sein kann.

3. Eine Umarmung sagt manchmal mehr als tausend Worte

Es ist wirklich einfach. Öfters reicht es auch, wenn ihr da seid und die Person umarmt. Ich kann es nicht aus psychologischer Sicht erklären, aber viele kennen es. Mann fühlt sich geborgen, geschützt und ein bisschen weniger einsam.

4. Ambulanz

Wenn es wirklich schlimm um die Person stehen sollte und man wirklich nicht mehr weiterkommt und die Person sehr suizidgefährdet ist, dann lasst die Person in die Klinik einweisen. Es klingt zwar total grausam und hart, aber ihr müsst wissen, dass die Person einfach nicht mehr klar denken kann und auch wenn sie euch in dem Augenblick hassen könnte, es ist die beste Entscheidung. Machmal muss man vor sich selbst geschützt werden.

5. Empathie und Ehrlichkeit

Dieses Zusammenspiel ist sehr wichtig und es ist wirklich sehr schwer zu erklären wie genau sowas funktioniert. Es ist einfach so, dass manche Menschen mehr und manche weniger emphatisch sind. Es kann sein, dass ihr nicht wisst, wie ihr helfen könnt und deshalb bisschen verzweifelt seid, aber das könnt ihr ruhig sagen. Gibt den Menschen aber nicht das Gefühl, dass sie ‚abnormal‘ sind und versucht zu vermitteln, dass ihr wirklich für die Person da sein wollt, auch wenn ihr gerade nicht genau wisst, was zu tun ist, jedoch euer bestes versuchen wollt.

6. Therapie

Ihr habt versucht für die Person da zu sein, habt aber gemerkt, dass ihr nichts bewirken könnt? Es kann auch für euch nach einer Zeit deprimierend sein, was ich nachvollziehen kann. Mann versucht und versucht, aber die Person möchte nicht hören. Es gibt eine Lösung. Therapie. Auch da gibt’s viele Vorurteile, dass nur völlig gestörte Menschen einen Therapeuten besuchen, als wäre das etwas vollkommen abnormales wofür man sich schämen müsste. Nein, Therapie kann was wunderbares sein. Hier gibt es einen ausführlicheren Beitrag darüber, was man über Therapie wissen sollte. Das Schlimmste an dem ganzem ist einen Therapeuten zu finden. Es war für mich die Hölle all die Therapeuten anrufen zu müssen und es hat sich für mich bewiesen, dass ich da Hilfe gebraucht habe. Mann hat eh schon so wenig Energie und Motivation und dann gibt es da noch ein Berg an Arbeit, die man erledigen muss und man denkt, dass man das nie hinkriegen wird. Also hilft der Person mit den Anrufen; ich hatte es einst auch für jemanden getan und diese war mir sehr dankbar dafür.

(7. Die Person am besten nicht allein lassen)

Es ist nicht immer einfach immer für die Person da zu sein; es gibt sowas wie Arbeit, Schule, Schlaf. Deswegen habe ich diesen Punkt in Klammer gesetzt. Die Personen sagen öfters, dass sie allein sein wollen, aber das ist so einer der ‚DepressionenSätze‘. Mann muss die Person ‚zwingen‘ unter Menschen zu sein, wenn diese es nicht selbst tun kann/will. Wenn sie alleine sind, dann denken sie einfach nur zu viel nach und das ist nicht zwingend gut, da man einfach nichts positives erlebt wenn man nur allein ist und negative Gedanken hat.

8. Keine Vorwürfe!

Das Schlimmste was man tun kann ist, dass man der Person noch Vorwürfe an den Kopf wirft… Sowas wie ‚Wie kannst du nur sowas tun?‘; ‚Spinnst du?‘; ‚Deine Eltern haben dir dein Leben geschenkt und du wirfst es einfach so weg.‘; ‚Du bist verrückt geworden‘ usw. Egal was die Person dazu bewegt hat, sich das Leben zu nehmen, Vorwürfe sind die letzten Sachen die helfen können.

 

Diese Welt ist grausam genug und jeder hat seine Sorgen. Vergisst jedoch nicht den Menschen zu sagen/zeigen wie viel sie euch bedeuten. Das Leben kann sehr kurz sein und wer weiß wem ihr aus ihrem Kummer mit euren Worten helfen könnt. Es sind manchmal die unerwarteten Komplimente und kleine Gesten, die einem den Tag versüßen können 🙂