Mein zehnjaehriger Traum vom Prinzen auf dem weißem Pferd

Omg. Ab jetzt kein Internet daheim fuer eine gewisse Zeit. Es ist zwar nicht so schlimm wie wenn ich kein mobiles Internet mehr haette, aber schlimm genug um Panik zu kriegen. Ich weiss. Probleme der ersten Welt. Jedoch hat das Internet fuer mich einen sehr guten Zweck erfuellt. Es hat mich sehr gut abgelenkt; vorallem meine Gedanken. Es war sowas wie wenn ich andauernd Alkohol getrunken haette um alles zu vergessen. Ich wuerd‘ nicht sagen, dass es wahrscheinlich weniger schaedlich ist. Sucht ist letztendlich trotzdem eine Sucht oder?
 
Auf der anderen Seite denke ich, dass es vielleicht doch was Gutes hat. Vielleicht werde ich mal mehr putzen oder aus meiner kleinen Welt rausgehen, die ich mir in den letzten Monaten aufgebaut habe. Meine schoene Mauer, in der ich mich verstecke und mich wohlfuehle. Ohne viel Kontakt zu den Menschen. Letztendlich kann man es wohl nicht vermeiden verletzt zu werden oder? Es wird wahrscheinlich immer wieder ein Bastard kommen und einem nah kommen. Vielleicht sollte ich einfach mehr rauchen um meine Panikattacken zu beruhigen. Trinken kommt nicht in Frage. Da verliere ich zu viel Kontrolle.
 
Hm. Vielleicht denke ich nur zu viel nach. Wie immer. Bringt irgendwie nicht viel possitives, oder?
 
Leider ist es nicht so einfach seinen Kopf abzuschalten. Vorallem wenn man andauernd irgendeine Art Panik hat und Angst hat die Kontrolle zu verlieren. Wenn man Angst vor seinen eigenen Gedanken hat. Irgendwie ist die Angst in einem dunkem Raum zu sein viel geringer als Zug fahren. Nach Ewigkeiten bin ich allein Zug gefahren und es war lange her, dass ich so viel weinte. Wie die Landschaft an einem vorbeizog, holte mich meine Vergangenheit ein und ich merkte das einfach gar nichts ok ist. Ich dachte an viele Dinge und ich konnte nicht aufhoeren zu heulen. Ich fuehlte auf einmal sehr deutlich all die Narben, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten. Meine Mutter, die mich nie verstand und ich ihr nie gut genug war, die erste Einsamkeit die ich verspuerte, all die Naechte, die ich alleine verbrachte, wartend auf meinen Prinzen auf dem weißem Pferd, der mich abholen wuerde und mir sagen wuerde, dass er mich beschuetzen wuerde vor meiner Einsamkeit und dass egal wie schwer alles werden wuerde er an meiner Seite bleiben wuerde. Ich trauemte davon jemanden kennenzulernen, der mich nicht mehr verlassen wuerde. Ich trauemte davon jemanden zu haben, der mir zeigen wuerde wie toll die Welt da draußen ist; der mir Courage geben wuerde mein Bestes zu geben. Ich traeumte immer von der endlosen Liebe. Von eine romantischen Lovestory mit Macken und Drama, mit einem happy End. Es muessten inzwischen schon zehn Jahre her sein als das ganze anfing.
 
Nach dem Glauben versuchte ich mich ‚rein‘ zu halten. Ich wollte ein toller ehrlicher Mensch werden, der offenherzig lieben konnte. Ein Mensch, der sein Laecheln nicht vergaß und immer eine helfende Hand fuer andere frei hatte. Ich wollte jemand sein, den man liebenswuerdig nennen koennte. Das alles um an meinem rosa Traum naeher zu kommen. Jetzt nach zehn Jahren Erfahrung scheint alles wirklich nur ein Traum zu sein. Nach alldem sollte ich wirklich aufhoeren ein Kind zu sein und an das Unmoegliche zu glauben. Auf mich wartet kein Prinz, der mir sagen wird wie liebenswuerdig ich doch sei.
 
Ich bin kein Kind mehr. Ich sollte aufhoeren nach der aufrichtigen Liebe zu suchen. Es heißt ja man sollte nicht suchen, weil sie selber zu einem kommt. Und was man zu sehr will bekommt man eh nicht. Man sagt auch, dass es schwierig ist das ‚Kind‘ in einem zu bewahren. Denn Kinder sind rein. Mir hat es leider zu viel Kummer bereitet. Ich liebte immer zu ehrlich und versuchte immer das Gute in den Menschen zu sehen um letztendlich doch nur verletzt zu werden. Um noch tiefer in meine Welt zu sinken. Die Welt in der ich lieber alleine bin als mit anderen Menschen. Nicht weil ich sie hasse, sondern weil ich Angst vor ihnen habe. So wie ein kleiner hoppender Hase vor einem Tiger Angst hat.
 
Manchmal wuensche ich mir, dass ich mir lieber mehr Muehe haette geben muessen mich selber zu beschuetzen. Anderseits denke ich, dass ich unmoeglich ohne Schmerzen leben kann. Viele Menschen finden so normal gluecklich zu sein, aber solche Menschen wie ich kriegen Panik wenn alles zu gut laeuft. So wie nach dem Regen die Sonne kommt, kommt nach der Sonne der Sturm. Es fuehlt sich verdammt falsch an, wenn alles gut laeuft. Wahrscheinlich weil man es anders gar nicht kennt? Das wird wahrscheinlich der Grund sein wieso ich manchmal sehr kalt bin. Dadurch werde ich verlassen, ohne das die Menschen wissen, dass ich einfach nur Panik kriege weil sie mir zu nah kommen.
 
Es ist dumm von mir leichtglaeubisch zu sein und zu denken, dass Menschen immer das meinen was die sagen. Ich weiss nicht ob du es jemals lesen wirst. Aber Chung; ich war sehr gluecklich, als du zu mir sagtest, dass du dich fuer mich interessierst und das immer tuen wirst. Ich war so ‚verknallt‘ in dich. Es war alles sehr platonisch, aber du bist einer der Menschen, an die ich nie aufgehoert habe zu denken. Ich fuehlte mich rein und kindisch. Das wird der Grund sein, wieso ich dich immer noch vermisse. Bei dir hatte ich wirklich das Gefuehl, dass du mich wirklich verstehen wolltest. Und all das obwohl wir uns eigentlich gar nicht kennen.
‚Ich bin einsam und brauche Aufmerksamkeit.‘
…’Ich gebe dir Aufmerksamkeit.‘
Fuer die kurze Zeit warst du wirklich mein Prinz auf dem weißem Pferd. Die bisjetzt romantischte ‚Liebesgeschichte‘ in meinem Leben. Ich war so einsam und du warst fuer mich da ohne wenn und aber. Danke fuer die Zeit, die du fuer mich da warst; einen so kaputten Menschen wie mich. Ich werde es nie vergessen.
 
Nach den zehn Jahren fuehl‘ ich mich noch einsamer und verletzter. Ich frage mich ob es ueberhaupt moeglich fuer mich ist da rauszukommen. Man sollte alles alleine schaffen, aber ich wusste schon lange, dass ich nicht dafuer reiche. Wahrscheinlich werde ich nie jemanden finden, weil ich so dumm und schwach bin. Es wird wohl das Problem sein.
 
Manche Wunden werden wohl nie heilen. Es frustriert mich selber wenn ich es sage, aber ich kann dir irgendwie einfach nicht verzeihen, anh. Vielleicht weil ich ein schlechter nachtragender Mensch bin oder auch weil die Wunde zu tief ist um sie zu vergessen. Wenn ich daran denke schnuert es mir den Atem zu und ich fange an panisch zu werden. Ist es denn weil ich denke, dass ich dir so unglaublich egal bin? Weil alles nur leere Worte waren? Weil ich mich auch noch in diese leeren Versprechungen verliebt hatte? Weil ich ersthaft Hoffnung hatte? Weil ich es zu sehr wollte? Weil ich keinen Mut habe all das auszusprechen, dass mir am Herzen liegt?
 
Ich habe gelernt, dass es keine Grenzen gibt wenn es darum geht wie sehr ein Mensch einen enttaeuschen kann.