Moon & Sun.

“The moon is friend for the lonesome to talk to.”

― Carl Sandburg

 

Mir fliegen heute tausende Gedanken durch den Kopf, die ich jetzt sortieren will. Heute ist ein Tag, an dem ich friedlich mit mir selbst bin. Ob es immer so sein wird, weiß ich nicht. Doch für den Augenblick ist es in Ordnung wie es ist. Wahrscheinlich bin ich wieder an einem Punkt, wo die Gefühle ausgebrannt sind und ich ein wenig Ruhe bekomme. Es fing damit an, dass ich mir heute diverse TedTalks angeschaut hatte. Vielleicht bin ich auch beeinflussbar, wenn ich mir diese Motivationstalks anschaue, aber das ist eigentlich gar nicht das Thema heute.

Als erstes ging um das Thema Verwundbarkeit und das wir Menschen dazu tendieren die negativen Gefühle zu betäuben. Oh, ja. Das kennen wahrscheinlich die meisten Borderliner ziemlich gut. Und nicht nur wir. Sicher hat es jeder schon mal getan. Wenn alles viel zu viel ist und man alles dafür tun würde, damit es weggeht. Ich kann es niemandem übel nehmen. Wer will schon leiden? Der andere Punkt ist jemandem seine Schwächen zu zeigen. Ich habe immer gedacht, dass ich komisch bin, weil ich mich nicht vielen Menschen öffnen kann. Manchmal möchte ich einfach vor jemandem weinen, aber es kommt nichts. Jetzt weiß ich warum. Die meisten sind für mich nicht vertrauenswürdig genug. Warum sollte man sich offenbaren, wenn die Person einen nicht versucht zu verstehen, es sie nicht interessiert oder sich im schlimmsten Fall noch darüber lustig macht? Ich denke plötzlich, dass es okay ist, wenn es nicht so viele Menschen gibt, die mein wahres Ich sehen. Wenn sie es möchten, dann werden sie es früher oder später von mir erfahren. Es ist ja nicht so, dass ich es verstecken möchte, aber jemandem was aufdrängen ist auch keine richtige Lösung.

Es gab noch ein paar andere Themen, die ich mir angeschaut hatte, aber das möchte ich heute nicht erläutern. Im letztem Video ging es darum, dass wir Menschen hier auf der Welt sind, um zu lieben und geliebt zu werden. Dazu sollte man sich die Sonne vorstellen und eine Person dazu, die einen bedingungslos liebt. Es war verdammt schwer für mich. In meinem Kopf ploppte das Bild meiner Mutter auf und irgendwo tief in mir, weiß ich, dass sie mich liebt. Auf ihre Art. Die ich nie wirklich als Liebe empfinden konnte. Normalerweise wäre ich an dieser Stelle am Selbstmitleidbad ertrunken, aber heute finde ich es nur Schade, dass ich nie die Möglichkeit hatte, so zu empfinden, wie manch andere das unter dem Begriff empfinden würden.

Als nächstes sollten wir einen Leuchtturm vorstellen und eine Person dazu, die das Licht ist, das einen leitet. Ich hatte niemanden, den ich mir vor Augen rufen konnte, außer mich selbst. Klar gibt es Menschen, die eine Inspiration für die Menschheit sind, aber ich wollte nie so sein wie sie. Trotzdem wünsche ich mir jemanden, der mir sagen kann, ob ich in die richtige Richtung gehe oder einen schrecklichen Weg verfolge, der zum scheitern verurteilt ist. So jemand fehlt mir. Deshalb irre ich manchmal rum und bin unsicher. An meinen schwachen Tagen verliere ich den Glauben und Inspiration und komme einfach nicht weiter. Manche Menschen haben dafür die Eltern, aber ich in dem Fall nicht. Es ist voll hart so für sich allein zu sein. Ich beneide jeden, der welche hat, die sie unterstützen. Vielleicht merke ich gerade zum ersten Mal, dass ich eigentlich ein starker Motherfucker bin. (Das stimmt aber glaube ich nicht.)

Als letztes sollten wir uns eine Discokugel vorstellen. Es gab zu dem jetzt keine genaue Definition von der Person, die man sich darunter vorstellen sollte. Man sollte sich die Dynamik einer Discokugel vorstellen, das Licht, was sie reflektiert. Vielleicht ein Punkt, der andere Menschen anzieht. Es ist nur meine Interpretation, aber ich stelle mir jemanden vor, der andere Menschen an sich zieht und den was schönes schenkt. Spontan fällt mir nur eine Person neben mir ein und das Ding ist, die Person ist so wie ich.

Hier kommen wir zu der Bedeutung des Titels diesen Beitrags. Er und ich. Wir sind beide der Mond. Deshalb ist er nicht die Person, die mein Licht sein kann. Was hat das mit dem Mond an sich? Nicht das ich groß an Astrologie glaube, aber manche Dinge sind einfacher, wenn man sich die erklären kann. Egal ob es die Wahrheit ist oder nicht. Krebse stehen im Zeichen des Mondes. Wie der Mond seine Phasen hat und das Wasser immer in Bewegung ist, sind wir wechselhaft und deshalb auch sehr schwierig. Achja, Mond, Wasserzeichen und Borderline, ich glaube die perfekte Kombo des instabilem. Zumindest habe ich jemanden kennengelernt, der so ähnliche Dinge durchmacht wie ich. Was es eigentlich nicht besser macht.

Er erklärte mir, dass wir als Mond zwar existieren und eine Bestimmung haben, aber die Sonne brauchen, die uns beleuchtet, damit wir unser volles Potenzial entdecken können. Wenn ich so darüber nachdenke, kann ich mir vielleicht erklären, warum ich mich so nach jemanden sehne, der mich leitet. Man sagt immer, dass man mit sich selbst klarkommen muss, bevor man jemanden anders lieben kann. Aber ist es wirklich so schlimm sich Liebe zu wünschen, wenn es einen zu einem besseren Menschen macht? Durch jemanden aus meiner Vergangenheit habe ich zum ersten Mal ernsthaft darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn ich mich wirklich lieben könnte. Ich wäre niemals selber drauf gekommen. Wisst ihr was ich meine?

Es ist immer noch schwer für mich meine „schlechten“ Seiten zu lieben und ich kämpfe immer noch mit dem Grundsatz, dass ich nicht gut genug bin, aber bin ich deshalb kein Kandidat für die Liebe? Man sagt immer, dass die Liebe zu einem selbst kommt, wenn man Liebe schenkt, sie zu einem zurückkehrt. Was macht man, wenn man gibt und nie was zurückbekommt? Mein Traum ist es zu schreiben, zu erleben, Menschen zu inspirieren. Aber wer inspiriert mich? Ich erwarte nie was zurück, wenn ich für andere Menschen da bin, aber manchmal bin ich ausgelaugt. Manchmal fühle ich mich so am Arsch, weil ich niemanden habe, der mir das geben kann, was ich anderen Menschen schenken möchte.

Ich bin einsam und auch oft sehr leer. Manchmal fühle ich mich so, als würde ich nichts haben, dass ich weiter geben kann. Manchmal fühle ich mich wie Gift, dass andere zerstört, die mir zu nah kommen wollen. Manchmal will ich aufgeben, aber weitermachen scheint letztendlich die bessere Lösung zu sein. Ich bin oft schwach und wünsche mir eine Schulter zum ausweinen. Ich trage manchmal so viel emotionalen Druck in mir drin, dass es sich so anfühlt, als würde ich daran ersticken. Ich bin schwierig und habe unglaubliche Angst vor Nähe, weil mein Inneres so oft verletzt worden ist. Ich sehne mich nach der Liebe, der Sonne, die mich erfüllt. Ich werde stärker werden und mich nächstes Mal nicht mehr vor der Liebe verschließen. Ich werde riskieren um weiter zu kommen.