Recap. Rewind. Restart.

‚The tragedy of life is not death but what we let die inside us while we live.‘ – Norman Cousins

(Dieser Beitrag ist der, der vor dem letzten eigentlich erscheinen sollte. Also nicht wundern, wenn irgendwas unlogisch ist. Eigentlich bin ich eh immer unlogisch 😉)

Da sitze ich hier vor dem Laptop mit dem X-Ten Versuch los zu schreiben. Obwohl ich doch zurzeit über so vieles nachdenke. Bin wieder mal in einer Neuentdeckungsphase. Gut, scheint immer so mein Ding zu sein, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Es fängt dann damit an, dass ich neue Dinge erleben will; neue Menschen kennen lernen möchte. Ich fange an meine ganze Existenz zu hinterfragen und versuche herauszufinden was so alles in meinem Leben schief gelaufen ist. Ob ich nicht fähig bin eine Beziehung zu führen. Ob ich doch nicht zu kalt bin. Die ganzen nervigen Selbstzweifel und die Versuche sich selbst irgendwie zu rechtfertigen, warum man doch so ist, wie man ist.

Wenn ihr mich schon länger kennt, wisst ihr sicherlich, dass ich damals dauernd über’s Borderline geschrieben hatte. Es war immer ein Thema das mich beschäftigt hatte. Doch plötzlich habe ich angefangen das zu verdrängen und habe das einfach total ‚vergessen‘. Verdrängen oder Verarbeiten. Cheaten mit Konsequenzen oder Leiden bis sich alles normalisiert. Diesen Beitrag habe ich schon vor einem Monat angefangen zu schreiben, aber habe den links liegen lassen. Habe in der Zeit alles mögliche an Cheats eingesetzt. Heute möchte ich den nächsten Versuch der Selbstfindung hier starten. Mal schauen wie viele Wörter ich verfasse bevor ich mich von anderen Dingen ablenken lasse. Vielleicht werde ich diese Zeilen auch nie veröffentlichen. Ich weiß es noch nicht mal selbst. Lassen wir uns einfach überraschen 🙂

Bin ich zurzeit glücklich? Kann ich gar nicht so genau sagen. Was ich weiß, dass es besser wird und besser ist als die letzten Jahre. ‚Dieses Jahr wird mein Jahr!‘ Solche Sätze hört man oft von allen möglichen Menschen, aber ob das Tatsächlich in Erfüllung gehen wird, liegt oft nur an einem selbst was man damit macht. Manchmal bin ich so motiviert, manchmal denke ich so viel nach, aber ich würde nicht sagen, dass ich ein ‚Macher‘ bin. Bin eher der Träumer mit Visionen, aber genaue Pläne mache ich selten. Ich denke, dass ich dazu neige Angst zu haben. Angst vor allem Möglichem. Aber am meisten vor dem Versagen und auch vor dem Erfolg.

Ihr wisst ja, ich komme nicht so gut mit mir klar. Mal ja, mal nein. Ein Borderliner eben. Jeder der sich damit bisschen beschäftigt hat kennt die Definitionen. Instabile Wahrnehmung zu sich selbst. Instabile zwischenmenschliche Beziehungen. Irgendwie habe ich einen Gedankensamen in mich gepflanzt. ‚Was wäre, wenn ich ernsthaft versuchen würde mich wirklich zu lieben? Was wäre, wenn ich mich wirklich lieben könnte?‘
Ich weiß nicht wie andere Borderliner diese Aussage sehen, aber wenn mir das einer erzählen würde, würde ich ihn fragen ob er des Wahnsinns ist. Wie er kann es sich vorstellen nicht mehr abgefuckt zu sein. Wie er meint, dass es funktionieren sollte. Wie er einen Teil von sich selbst wegwerfen könnte. Wie kann er was ihn eigentlich ausmacht versuchen zu vertreiben? Solche Gedanken plagen mich tatsächlich. Nur Gedanke ist beängstigend genug um einfach komplett zu zumachen. Um ihn zu verwerfen.

Warum habe ich diesen Gedanken dann? Das fragt ihr euch sicherlich. Weil ich denke, dass es einen frei macht. Ich stelle es unglaublich befriedigend vor jeden Tag aufzuwachen und keine sinnlosen Gedanken haben, die sich darum drehen sich selbst zu hassen. Ich hatte vor einem Monat zurückgelesen über alles was ich die letzten Jahre hier geschrieben hatte. Auch die Beiträge, die ich nie veröffentlicht habe. Ob ich weitergekommen bin? Ich weiß nicht genau. Ich weiß nur, dass ich öfters an den Startpunkt wieder gelange und die selben Gedankenmuster sich herauskristalisieren. Ich bin völlig am Ende, ich schreibe wieder öfters um mich zu therapieren, dann kommt eine unerwartete Wendung in meinem Leben. Ich lebe, erlebe Dinge und fühle mich glücklich und erfüllt. Meistens folgt danach eine Beziehung, ich gehe langsam zu Grunde ohne es zu merken und hasse mich selber mehr als vorher, weil ich anscheinend nichts gelernt habe. Ich frage mich wieso ich nicht achtsamer gewesen bin. Oder warum ich mich verletzen lasse. Bis ich das alles gar nicht mehr hinterfrage und ich mir dann sage, dass es vollkommen normal ist, wenn ich schlecht behandelt werde. Akzeptieren kann ich es in den wenigsten Fällen, sonst würde ich nicht drunter leiden. Jedoch fühle ich mich dann schwach in hilflos und denke, dass ich selbst einfach nichts Wert bin und mich eh keiner möchte. Wer will schon jemanden wie mich lieben? Ich sollte froh sein, dass sich überhaupt einer mit mir beschäftigt. Ja, so denke ich in meinen dunklen Zeiten.

Wenn ich klar bin, bin ich unabhängig, liebe es allein zu sein und es kann mir keiner was tun oder sagen. Manchmal fühle ich mich sogar unbesiegbar und unglaublich stark. Ich bin manchmal sogar ganz stolz drauf, dass ich so hart an mir gearbeitet habe und das ich schon so weit gekommen bin. Ich liebe es dann, dass ich so stark bin. Ich liebe es, dass ich all das tue was ich möchte. Ich liebe die Euphorie und meinen Drang was zu unternehmen, unter Menschen zu sein, zu feiern, zu tanzen, zu singen. Kurz gesagt: einfach leben. Hier setzt der Gedanke ein. Wie wäre, wenn es immer so wäre? Und warum sollte man sowas schönes eigentlich nicht wollen? Ist man bekloppt, wenn man das nicht schätzen kann oder möchte? Ich kann mir diese Fragen im Moment noch nicht selbst beantworten.

Ich weiß es gar nicht über was ich ursprünglich schreiben wollte. Aber ihr kennt es ja, ich fange einfach an drauf los zu schreiben und lasse mich treiben. Was ich euch eigentlich erzählen wollte ist, dass ich wieder am Anfang angelangt bin und erneut auf dem Weg der Selbstfindung bin. Zurzeit sexuell, aber ich lerne viel über mich. Habe tatsächlich auch wieder einen Blog drüber gestartet, aber ich möchte, dass er anonym bleibt.

Seit ich umgezogen bin, ist es wieder eine Achterbahn der Gefühle Es läuft alles schlecht als Recht, aber ich bin nicht so unglücklich wie vorher. Es ist einfach schön wieder zu leben; was zu erleben. Mich zu entdecken. Mich neu zu formen. Mich eines Tages vielleicht auch lieben zu können. Auch wenn es jetzt nur ein Wunschdenken ist, aber ich werde den Gedanken im Hinterkopf behalten. Vielleicht wächst eines Tages eine Sprosse raus oder wird sogar ein wunderschöner Baum.

Hiermit beende ich meinen Gedankenlauf. Sitze gerade in einem Kaffee, mache mir einen schönen Tag und schreibe diese Zeilen. Es fühlt sich gut an zu schreiben. Hat es sich wahrscheinlich schon immer. Wenn ich es lernen sollte mir öfter was Gutes zu tun, werde ich vielleicht auch mehr schreiben können. Ich hoffe euch geht es gut. Ihr wisst, dass ihr euch immer bei mir melden könnt, wenn ihr einen Rat braucht oder einfach eine Schulter zum Anlehnen. Auch wenn ich nicht schreibe, bin ich aktiv auf social Media und schreibe euch zurück :). Bis demnächst!