Schwarz oder weiß?

„Ich brauche die anderen Menschen so sehr, aber ich kann sie und mich selbst oft nicht ertragen. Manchmal weiß ich gar nicht, was ich empfinde.“

Heute will ich was ueber meine zwischenmenschlichen Beziehungen schreiben. Oder auch im Allgemeinem. Ihr wisst ya wie ich schreibe. Ich fange einfach an &’nd schaue wie sich alles entwickelt.

Es ist mir immer schon eingefallen, dass es mir einfach nie leicht fiel meine Mitmenschen zu ‚ertragen‘; nein, nicht weil sie nicht dem entsprechen was ich erwarte, sondern, weil ich dieses dumme ‚Schwarz-weiß-denken‘ habe. Meine Meinung ueber eine Person kann sich sehr schnell auf die andere Seite kippen oder auch andersrum. Man koennte schon fast behaupten, dann man bei mir nicht wuesste wo man eigentlich steht. So ’streng‘ ist es auch nicht. Ich kaempfe gegen dieses Denken &’nd versuche wirklich mein Gehirn einzuschalten &’nd mir zu sagen, dass es nur wieder meine Phase ist &’nd ich die Person eigentlich mag &’nd versuche mich dann auf die guten Seiten zu fokussieren. Es ist nicht sehr einfach, aber der Versuch lohnt sich, da es um die Menschen geht, die ich liebe.

Wie ich darauf komme dieses Thema anzusprechen?

Es ist bestimmt schon ein Monat her, dass mein bester Kumpel sich fuer eine laengere Zeit von mir verabschiedet hat &’nd natuerlich auch mit einer Nachricht. Diese hat mich sehr verletzt, da er die Wahrheit ausgesprochen hat, die ich schon die ganze Zeit in meiner Brust mit mir rumgetragen hatte. In dieser Nachricht hat er mir mit einem nicht boesegemeintem Ton vorgeworfen/aufgezaehlt, dass ich nie die Freundin war, von der man behaupten konnte, dass sie immer fuer einen da ist &’nd das sich unsere Freundschaft nie weiterentwickelt hat. &’nd man es zwar auf meine Persoenlichkeitsstoerung schieben koennte, aber er eher denkt, dass es an der Wichtigkeit einer Person liegt, wie ich mich verhalte. Wenn ich es ganz direkt mit meinen eigenen Woertern ausdruecken wuerde, dann wuerde es heissen; dass er mir nicht wichtig genug war um es zu versuchen.

Okay, bestimmt habt ihr jetzt die Haelfte nicht verstanden. Ich habe mich einfach daneben benommen. Obwohl ich eigentlich wusste, dass er bald fuer sehr lange weg sein wird, habe ich nicht versucht mit ihm viel Zeit zu verbringen. Natuerlich habe ich in der Arbeit blau gemacht um auf seine Abschiedsfeier dabei zu sein. Aber als er ein paar Mal in der Stadt war wo ich wohne, hatte ich einfach keine Lust ihn zu sehen. &’nd das meinte ich mit der schwarzen Seite. Ich liebe den Jungen abgoettisch, ich weinte, als ich darueber geredet hatte, wie viel er mir eigentlich bedeutet &’nd ihm erzaehlte, dass er immer der Einzige war, bei dem ich so sein konnte, wie ich bin. &’nd es sich immer so anfuehlte, als haette ich Urlaub; ich hatte einfach keine Sorgen, wenn ich bei ihm war. Es gab einfach keinen besseren Ort als bei ihm. Deswegen konnte ich es mir nie erklaeren, wieso es ab &’nd an einfach Zeitraeume gab, wo ich ihn einfach nicht ertragen konnte. Wo ich ihn einfach nicht sehen wollte. Leider weiss ich nicht woran es liegt. Ob ich einfach ein undankbarer schlechter Mensch bin oder Borderline mir wieder ueber den Kopf gestiegen ist.

&’nd so erging es mir nicht nur bei ihm. Auch bei vielen anderen Menschen in meiner Umgebung. Es gab Tage, da musste ich nur an die Person denken &’nd es konnte meine Laune so schlimm runterziehen. Meistens bin ich dann sehr zickig &’nd recht gereizt. Dann moechte ich die Person wirklich nicht sehen. Außer es ist wirklich was schlimmes passiert.

Ich idealisiere Menschen &’nd werte sie dann auch ab. (An einem Tag, kann er meine Welt sein, am naechsten bete ich ihm nicht ueber den Weg zu laufen.) Nach dem gesunden Menschenverstand weiss ich, dass ein Mensch positive &’nd negative Eigenschaften hat.

Es ist so verdammt schwer euch zu erklaeren, weil ich auch teilweise nicht weiss, ob ihr mich ueberhaupt ansatzweise versteht. (Einer der haeufigeren Fragen die ich mir stelle, ist die ob andere Menschen merken, dass ich ‚anders’/’komisch‘ bin, aber das ist jetzt nicht das Thema.)

Mir ist gerade ein gutes Beispiel eingefallen: Ein Donut; seine positive Eigenschaft: schmeckt super toll; negativ: zu viel Zucker, Kalorien. Version A: ‚Wow Donut, es gibt nichts besseres, muss ich jetzt unbedingt essen. Kalorien? Egal.‘ Version B: ‚Donut sowas ungesundes, wie kann man sowas nur essen?‘ An sich sind beide Versionen Fakten; das etwas andere/uebertriebene ist, dass ich es staerker empfinde. Wenn ich fuer Version A bin kann alles Moegliche passieren, ich wuerde ihn trotzdem essen. &’nd bei B genauso. Ich weiß jetzt nicht ob der Versuch einer Erklaerung zu kompliziert geworden ist, aber es geht nicht um den Donut. Uebertraegt dieses Beispiel an Menschen. An einem Tag denke ich A &’nd an dem anderem B. Sieht ihr das Problem dabei? Ich wuerde nicht denken B ist schon doof, aber fuer A ist es doch Wert. Also entweder oder. Natuerlich versuche ich dann dieses ‚KompromissDenken‘, aber letztendlich kann ich oefters nichts an der Stimmung oder Gefuehlen aendern. Wenn sie kippen sind sie einfach zu stark.

So wie ich nicht konstant ueber mich Aussagen treffen kann, kann ich auch nicht konstant meine Kontakte pflegen. Wenn ich in der SchwarzPhase bin; so nenne ich es mal einfach; bin ich ein Egoist, der nicht an sein Handy geht. &’nd hofft, dass die andere Person eine Nachricht hinterlaesst wenn es wirklich wichtig sein sollte.

Deshalb koennte ich fast behaupten, dass ich introvertiert &’nd extrovertiert sein kann. Es kommt bei mir einfach nur auf meine Stimmung an. Einmal koennte ich die Welt umarmen; koennte keine Sekunde alleine zuhause ertragen; beim anderem Mal koennten alle Menschen mich mal *hust*. Da koennte ich tagelang mit mir Zeit verbringen &’nd waere uebergluecklich wenn keiner da ist. Ya, es ist sowas aehnliches wie Privatsphaere, bei mir ist alles nur ein wenig uebertriebener. Egal ob zeitlich oder gefuehlsmaessig. Ich merke manchmal sogar sehr stark, wie die Stimmung eine Seite annimmt.

Was ich als mein persoenliches Problem dabei sehe ist der, dass ich mich sehr oft dann auch als unzuverlaessig oder schlechten Menschen sehe &’nd es dann wiederrum viel auf das Selbstwertgefuehlt faellt &’nd ihr kennt den Teufelskreis bestimmt schon. Manchmal fuehle ich mich wie so eine Art Verraeter… &’nd habe das Gefuehl, dass wahrscheinlich nie jemand so richtig behaupten koennte, dass ich ein guter Freund sei. &’nd kein anderer konnte es mir besser verklickern als mein bester Kumpel…

Eigentlich wollte ich noch ueber Naehe-Distanz schreiben, aber es wird doch zu lang. Hebe ich mir fuer den naechsten Beitrag auf.