Therapie

‚Wenn alle Menschen einen Therapeuten haben koennten, wenn es denen psychisch schlecht geht, waere unsere Welt ein wenig hoffnungsvoller.‘

Leider gibt es viele Menschen die nicht zur Therapie gehen. Viel zu viele. Viele weil sie denken sie braeuchten keine; viele weil sie Angst haben; viele weil sie sich nicht mit ihren Problemen auseinandersetzen wollen; viele weil sie nicht genug Mut aufbringen koennen. Es gibt viele Gruende wieso diese Menschen es nicht tun.
Es ist wirklich Schade.

Wie ich schonmal woanders geschrieben habe. Therapie ist wahrscheinlich das Beste was ich in meinem ganzem Leben getan habe. Therapie ist die wichtigste Verabredung in meiner Woche. Therapie ist die Aussicht auf eine Besserung.

Da mein Beitrag in ‚Exprerience Project‘ zwei Menschen motiviert hat endlich zu einem Therapeuten zu gehen*, habe ich jetzt beschlossen hier ein wenig ausfuehrlicher darueber zu schreiben, als ich es drueben getan habe (es ist immer so eine Sache, wenn ich englisch schreibe, da ich oefters das Gefuehl habe mich nicht richtig ausdruecken zu koennen).

Ich wurde schon auch oefters gefragt was man tun muss um in eine Therapie gehen zu duerfen.
Aaaalso.
Zuerst geht man zum Hausarzt, erzaehlt ein wenig von seiner Problematik &’nd bittet ihn darum eine Ueberweisung zur Psychotherapie &’nd/oder zum Psychiater zu geben.
Jetzt fragen sich bestimmt welche was der Unterschied ist.
Es gibt zwei Typen von Aerzten. Einmal der Psychiater. Ein Psychiater hat Medizin studiert &’nd sich anschliessend auf den psychologischen Bereich spezialisiert. Dieser redet natuerlich auch mit einem, aber empfiehlt eher Medikamente; die sogenannten Antidepressiva. (Bei mir wirken diese nicht unbedingt, aber vielleicht auch weil ich mich schon immer gegen sie gewehrt habe; aber ich kenne auch viele bei den es Wunder bringt.)
Im Gegensatz dazu duerfen Psychologen keine Medikamente oder Entschuldigungen herausgeben. Es gibt zwei Arten von Therapien. Einmal die Verhaltenstherapie, die eher empfohlen wird bei einer Depression oder Burn Out (vielleicht auch bei anderen Sachen, aber damit kenne ich mich nicht aus). Bei dieser Art von Therapie geht es darum Techniken zu entwickeln um den Alltag zu bewaeltigen trotz dem Tief. Man versucht die Patienten vorallem vor dem Selbstmord fernzuhalten. Da arbeiten Patient &’nd Therapeut zusammen um eine gute Loesung zu finden. Ich schreibe es dazu, weil es nicht so ist, dass man dahingeht &’nd der Therapeut einem alles auf einem Blatt Papier hinlegt. Ich will nicht dass ein falsches Bild entsteht. Man muss selber viel investieren. Eine Therapie ist mit vielen anstrengenden Stunden voller Traenen &’nd Schmerzen verbunden.
Dann gibts die TiefenTherapie, die gerade bei mir aktuell ist. Meine SuizidPhase ist nun vergangen &’nd jetzt geht es darum den Grund fuer alles zu finden. Man beschaeftigt sich viel mit sich selbst &’nd den schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit. Ich weine viel in der Therapie. Aber es tut verdammt gut. In der Therapie habe ich Dinge ueber mich herausgefunden, auf die ich wahrscheinlich nie selbst kommen wuerde.
Heute zum Beispiel habe ich den Grund erfahren; natuerlich von mir selbst; wieso ich seit einer Woche so einen Tiefpunkt hatte. Es hat mich total erleichtert. Auch wenn es natuerlich noch nichts daran geaendert hat, ist es was anderes wenn man einfach weiss was mit einem los ist.

Das Wichtigste bei dem allem ist die Wahl eines Therapeuten. Es ist wichtig, dass er sich vorstellen kann mit einem zu arbeiten &’nd genauso andersrum. Da wir alle unterschiedlich sind, braucht natuerlich jeder einen andere Art von Zuneigung. Macht ruhig bei allen Therapeuten, bei den ihr einen Termin kriegt die 5 Probestunden!
Ich weiss nicht wie es in anderen Staedten aussieht, aber da wo ich wohne ist es verdammt schwierig einen Therapieplatz zu bekommen, aber kein Ding der Unmoeglichkeit!

Wenn alles geklappt hat, wird euerer Therapeut einen Antrag an die eure zustaendige Krankenkasse zuschicken &’nd in der Regel wird die Therapie auch genehmigt.

Das muessten die wichtigsten Punkte gewesen sein. Aber wenn euch noch was einfaellt oder fragen habt, dann habt keine Scheu mich anzuschreiben.

Dazu will ich noch kurz sagen, dass es immernoch die Moeglichkeit Klinik gibt. Mir persoenlich taugt sie nicht, aber wenn ihr wirklich suizidgefaehrdet seid, geht einfach hin. Es ist besser als sich was anzutun.
Vorallem wenn man depressiv ist findet man vieles einfach total sinnlos. Ich bestreite nicht, dass es nicht so ist. Aber es gibt Menschen, die euch lieben. Lasst die nicht im Stich. Tut es den zu Liebe schon nicht. Fragt euch mal wie ihr euch fuehlen wuerdet, wenn eure/r beste Freund/in sich auf einmal *hust* wuerde? Wie wuerdet ihr euch fuehlen? Wahrscheinlich wuerdet ihr euch Vorwuerfe machen &’nd euch fragen was ihr falsch gemacht habt oder?

Zum Schluss will ich euch wirklich motivieren zum Arzt zu gehen, wenn ihr merkt, dass etwas nicht stimmt. Es wird wirklich besser. Auch wenn es nicht sofort so ist. Auch wenn es ein langer Weg ist. Gebt nicht auf. Weil jeder einzelne Mensch was besonderes ist. &’nd es verdient gluecklich zu sein. Auch wenn er es nicht immer sehen kann.

*’Experience Project‘ ist eine tolle Community, die ich letztens durch ein wenig googeln gefunden habe. Der Slogan lautet: ‚Life ist full of experiences. What are your’s?‘
Dort schreiben die unterschiedlichsten Menschen ueber ihre Erfahrungen. Es laeuft total einfach ab. Es gibt Gruppen &’nd wenn diese einen anspricht, tritt man bei &’nd kann die Erfahrungen von anderen lesen, kommentieren oder selber was schreiben. Dadurch kann man sicher gehen, dass es die Menschen auch interessiert was man so von sich gibt.
Ich bin schon seit fast einer Woche dort registriert &’nd habe schon mit ein Paar Leuten ueber meine Einsamkeit schreiben koennen. Durch meinen Eintrag haben zwei Leute beschlossen endlich zur Therapie zu gehen. Diese Community macht mich echt gluecklicher =D.

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